Liftboys
Wo sind sie geblieben?
Die Liftboys waren der Stolz der Luxushotellerie. Heute leistet sich in der Schweiz einzig das Basler «Les Trois Rois» einen. Acht Fakten.
- Der Hauptgrund für den Untergang des Berufsstandes war die Umstellung der Aufzüge von der Handsteuerung auf die Druckknopfsteuerung.
- Früher war der typische Liftboys ein Kind. Oder zumindest ein Jugendlicher, der mit diesem Job seine Hotelkarriere begann. Ein gross gewachsener Liftboy wäre noch heute bizarr.
- Heute übernehmen Portiers die Funktion der Liftboys und begleiten die Gäste in ihr Zimmer. Das mag dynamisch wirken. Nostalgiker aber trauern dem kleinen Mann in roter Uniform nach.
- Der berühmteste Liftboy ist Felix Krull, die Romanfigur von Thomas Mann. Der sympathische Hochstapler begleitete seine Gäste nicht nur auf die Etage.
- Mit der mechanischen Kurbelsteuerung seines hydraulischen Modells entwickelte Krull einen individuellen Fahrstil, um die Etagen möglichst exakt und mit sanftem Bremsmanöver anzusteuern.
- Auch Franz Kafka thematisierte den Liftboy: In seinem «Amerika»-Roman forderte der technische Fortschritt einen enttäuschten Karl Rossmann, der plötzlich nichts anderes mehr tun musste, als Knöpfe zu drücken.
- Heute trifft man den klassischen Liftboy fast nur noch in Asien an. Und in ein paar wenigen US-Luxushotels wie dem «Four Seasons» in New York.
- Der einzige Liftboy in der Schweiz (Bild) arbeitet im Basler «Les Trois Rois», heisst Oldemar Zurita, ist 33-jährig, Ecuadorianer, Vater dreier Kinder, studierter Botaniker – und inzwischen das wandelnde Wahrzeichen dieses Hotels.
